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Interview mit Michael Caine
"Ich hatte Tickets für den frühen Tod"

Der Schauspieler Michael Caine
ist in der späten Schaffensphase
seiner einzigartigen Karriere
angekommen. Ein Gespräch über
die Coolness der frühen Jahre, die
Vorzüge des Wodkas und
seine ganz persönliche Heilige.
Die Magie einer Ikone: Caine
als Zaubertrickerfinder in
"The Prestige"

Hotel "Le Bristol", Paris.
Michael Caine sitzt auf einem
antiken Sofa und betrachtet
die eleganten Damen, die über
die Rue du Faubourg Saint-Honoré
flanieren. Mit seiner Frau Shakira
hat er den Vormittag in der
Orangerie verbracht, "um die
gigantischen Monets zu sehen".
Ansonsten ist sein Programm eher
bodenständig. Statt Sterneküche
genoss er sein
"französisches Lieblingsgericht":
Baguette mit Käse, Schinken
und einer Tasse Kaffee.

WELT.de: In Ihrem neuen Film
spielen Sie wieder einen
väterlichen Mentor. Wer war
Ihr Mentor auf dem Weg zum Erfolg?
Michael Caine: Ohne Shirley McLaine
hätte ich es in Hollywood nie
geschafft. Sie hat mich damals
beraten und sogar eine Party für
mich organisiert. Ich verdanke ihr
sehr viel. Und John Wayne war
ein guter Freund und Mentor.
Ich habe ihn damals als Fan
in einer Hotellobby so lange
angestarrt, bis er mich ansprach.
Und er hatte tatsächlich "Alfie"
gesehen! Daraus hat sich dann
eine richtige Freundschaft entwickelt.
WELT.de: Eine Zeit war es ruhig
um Sie, jetzt sind Sie wieder
im Geschäft. Wem wollen Sie
noch etwas beweisen?
Caine: Mir selbst? Es macht
mir immer noch großen Spaß.
Und es ist eigentlich der
schönste Teil meiner Karriere.
Früher habe ich für Geld beinahe
jeden Film angenommen. Heute
darf ich die schönen Rollen spielen,
ich nenne es den seriösen
Teil meiner Karriere ...
WELT.de: Lassen Sie uns über
Ihren Status als britische
Ikone sprechen.
Caine: (schmunzelt) Stimmt, ich
bin ja eine Filmikone. Die Leute
schreiben es jedenfalls ständig.
Ich fange beinahe schon an,
es selbst zu glauben. Aber ich
kann Ihnen versichern: Dieser
Status nützt mir gar nichts.
Kürzlich sagte ich wieder zu
meiner Frau: Ich bin eine Ikone,
ist das nicht großartig? Darauf
antwortete sie: Fein, du Ikone,
aber jetzt bring bitte den Müll raus.
WELT.de: Sie gelten auch als Stilikone.
Besonders die britische Modeszene
verehrt Sie bis heute ehrfürchtig.
Warum?
Caine: Ich sehe es vor allem als ein
soziales Phänomen. Meine Wurzeln
liegen in der britischen
Arbeiterklasse, und ich habe
nie versucht, meine Herkunft zu
kaschieren. Und ich habe nie
eine Schauspielschule besucht,
war also nie einer von diesen
schicken klassischen
Bühnenschauspielern, die
irgendwann nur noch Shakespeare
rezitieren. Und dann denken Sie
mal daran, was junge Kerle
im Kino sehen wollen. In "Alfie"
habe ich sämtliche Frauen verführt.
In "The Italian Job" gewinnen
wir im Fußball. Und in "Get Carter"
war ich ein Kerl - so hart, das
s sich niemand mit ihm anlegen
will. Ich habe also das gesamte
Potenzial an Träumen junger
Männer abgedeckt. So wird man
wohl zur Ikone.
WELT.de:Aber es waren ja nicht
nur die Filme. Auch Ihre Outfits
wurden stilprägend. Es gab da
diese Ausstellung des Fotografen
David Baily.
Caine: Das Poster
zu der Ausstellung besitze ich
noch. Darauf trage ich eine Brille
und eine brennende Zigarette
im Mundwinkel. Ich sehe einfach
so in die Kamera. Der Titel der
Ausstellung war
"The Start of the Cool". Ich
war immer bekannt dafür,
besonders cool zu sein, und es
ist wohl wahnsinnig uncool, so
etwas zu sagen. Aber ich wollte
ja Ihre Frage beantworten.
WELT.de: Und was ist für Sie cool?
Caine: Wenn man nie versucht,
unnötig die Aufmerksamkeit
auf sich zu lenken. Das gilt auch
für die Outfits. Man sollte sich
speziell kleiden, aber nicht zu
schrill, denn dann wird es schnell
peinlich. Sie verstehen, was
ich meine?
WELT.de:
Sogar Ihre Brille wurde
zu einem Markenzeichen.
Dabei gelten Brillen ja meist
als absolute Karrierekiller.
Caine: Das war ein harter Kampf.
Besonders als ich nach Hollywood
kam. Einer dieser Filmmogule
sagte: Er kann unmöglich eine
Brille tragen, sonst denken die
Leute, er sei schwul. Ich kannte
damals keine Homosexuellen,
aber eine Menge Leute, die
Brillen trugen. Brille schien
mir also kein Synonym für schwul
zu sein. Damals trugen ja
Schauspieler wie Cary Grant
oder Rock Hudson nur Brille,
wenn sie laut Drehbuch eine
Frau täuschen sollten, indem
sie auf schüchtern oder Idiot
machten. Dann nahmen sie
die Brille ab und waren plötzlich
diese blendend aussehenden Kerle.
WELT.de: Als junger Schauspieler
hatten Sie oft Probleme,
Ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.
Was haben Sie sich von Ihrer
ersten Gage geleistet?
Caine: Ich hatte eine Obsession
für Hygiene. Weil ich so lange
kein Geld hatte, ging es bei immer
darum, ob ich noch ein sauberes
Hemd hatte. Ich war ständig
in Sorge, dass mir Shampoo
und Seife ausgehen würden.
Erst später erkannte ich, dass
ich eine Art Waschzwang hatte.
Von meinen ersten dicken
Schecks kaufte ich mir also
exklusive Shampoos, Aftershaves,
die teuerste Haarbürste, die ich
finden konnte, und Unmengen Socken.
WELT.de: Was war der wichtigste
Moment Ihrer Karriere?
Caine:
Meine Frau kennenzulernen.
Sie hat mir das Leben gerettet.
Das war sogar der wichtigste
Moment meines Lebens. Ohne
sie würde ich heute vielleicht
gar nicht mehr hier sitzen.
Damals habe ich sehr viel
getrunken und dazu wie ein
Schlot geraucht. Ich hatte Tickets
für einen frühen Tod.
WELT.de: Warum haben Sie getrunken?
Caine: Ich brauchte den Alkohol
als Downer. Wenn man hoch fliegt,
glaubt man, dass er einen wieder
runterbringt. Und ich habe getrunken,
um mit dem Stress fertig zu
werden, der Mittelpunkt des
öffentlichen Interesses zu sein.
WELT.de:Wie viel Alkohol haben
Sie in Ihren schlimmsten
Zeiten vernichtet?
 Caine: Zwei, manchmal auch
drei Flaschen Wodka pro Tag.
Der trinkt sich einfach sehr gut,
außerdem mögen Alkoholiker
Wodka, weil er keine Fahne
macht. Ich war ständig betrunken
und dachte, ich würde mich
prächtig amüsieren. Schuld
war der Druck, für den Erfolg
eines Filmes verantwortlich
zu ein: Einige Kollegen meditieren,
ich mochte Wodka.
WELT.de: Sie wurden in den
Londoner "Swinging Sixties"
berühmt. Welche Drogen
nahmen Sie zum Wodka?
Caine: Drogen waren nie
meine Sache. Die Schauspieler
meiner Generation tranken,
das waren unsere Exzesse, und
einige starben daran. Erst die
Generation nach mir war auf
Drogen, und die haben die
60er-Jahre letztlich getötet.
Um zu trinken, geht man in
einen Club, Drogen sind illegal,
also verschanzten sich alle
zu Hause, nahmen Drogen
und wurden paranoid.
WELT.de: Und dank Ihrer Frau
brauchten
Sie keinen Alkohol mehr?
Caine: Ich habe nie wieder einen
Menschen wie sie getroffen.
Wir sind jetzt seit 34 Jahren
verheiratet, und es gibt nichts
Negatives, das man über sie
sagen könnte. Und so geht
es nicht nur mir, sondern jedem,
der sie kennt. Sie ist eine Heilige!
Ich bin da ganz anders. Dazu
kommt, dass sie nebenbei
auch noch ganz außergewöhnlich
schön ist. Ich komme jeden
Tag zu einer der schönsten Frauen
nach Hause. Und das ist eine
gute Basis für eine lange
glückliche Ehe.
WELT.de: Das hört sich an, als
seien Sie immer noch verliebt.
Caine: Wir sind immer noch
ein romantisches Liebespaar.
Und wir sind die allerbesten
Freunde. Ich kann gute
Geschichten erzählen, und
sie ist extrem attraktiv.
So eine Kombination hält
für immer!
WELT.de: Wo haben Sie diese
wunderbare Frau gefunden?
Caine: Ob Sie es glauben
oder nicht: im Fernsehen.
WELT.de: Im Fernsehen?
Caine: Ich war damals bereits
ein Star und hatte viel Geld.
Nachdem ich eine ganze Woche
in Clubs und Diskotheken
durchgefeiert hatte, machte
ich mir mit einem Freund
einen gemütlichen Abend
zu Hause, weil ich völlig
erledigt war. Ich habe
gekocht. Wir aßen, sahen
dazu fern. Und dann kam
dieser Werbespot für
brasilianischen Kaffee! Da
tanzte ein wunderhübsches
Mädchen mit Rasseln in
den Händen. Ich war wie
vom Donner gerührt und
über beide Ohren verliebt.
Ich musste diese Frau
kennenlernen.
WELT.de: Was für Sie kein
Problem gewesen sein dürfte.
Caine: Das sagen Sie! Ich war
fest davon überzeugt, sie
ist Brasilianerin, und ich
wollte wirklich gleich am
nächsten Tag nach Brasilien
fliegen, um sie zu suchen.
Wie sich dann herausstellte,
hieß sie Shakira Becks
und lebte in der Fulham Road
in London, nur eine Meile
von meiner Wohnung entfernt.
Wissen Sie übrigens wer
den Nescafé-Spot damals
gedreht hat?
WELT.de: Keine Ahnung.
Caine: Ridley Scott! Wie ich
höre, hatte er inzwischen
ein paar Erfolge mit anderen
Filmen, wie "Alien" ... (lacht).
Zuerst wollte Shakira nicht
mit mir ausgehen. Sie
war misstrauisch, in den
Zeitungen sah man mich
ja ständig mit Frauen. Aber
ich habe sie jeden Abend
angerufen, bis sie schließlich
aufgab. So nach dem Motto:
Wenn ich einmal mit ihm
ausgehe, ruft er hoffentlich
nicht mehr an.
WELT.de: Sie heißen eigentlich
Maurice Joseph Micklewhite,
und es heißt, Sie hatten
nur eine halbe Stunde, um
sich Ihren Künstlernamen
auszudenken.
Caine: Das stimmt. Meine
Agentin nervte, weil sie mich
in einem Film unterbringen
wollte. Ich saß in einem
Café, und gegenüber
war ein Kino, in dem gerade
"Die Caine war ihr Schicksal"
mit Humphrey Bogart lief.
Fertig war der Name.
WELT.de: Hätten Sie einen
anderen Namen gewählt,
wenn Sie mehr Zeit gehabt hätten?
Caine: Nein! Ich bin zufrieden
mit meinem Künstlernamen.
Er schreibt sich leicht,
sieht gut aus und ist schön
kurz. Stellen Sie sich
mal vor, ich hätte Autogramme
mit "Micklewhite" geben müssen
. Nur einmal hatte ich Zweifel.
WELT.de: Wann war das?
Caine: Ich war auf den Philippinen
auf einer Party. Und jede
r stellte mich vor:
This is Michael Caine,
Michael Caine, Michael Caine.
Bis die Gastgeberin fragte:
Sind Sie ein Dealer? Als
ich heftig verneinte, fragte
sie mich: Warum nennt Sie
dann jeder "My Cocaine"?

Caine wurde 1933 als
Maurice Jospeh Micklewhite
in London geboren und
wuchs in einfachen Verhältnissen
auf. Nach seinem Militärdienst
in Korea wandte er sich
dem Theater zu und
nahm 1954 den
Künstlernamen Michael Caine
an. Seit 1973 ist er mit
seiner zweiten Frau Shakira
verheiratet. Aus beiden
Ehen hat er je eine Tochter.
Für seine Verdienste um
die Schauspielkunst wurde
er 2000 von der Queen zum
Ritter geschlagen. Nach
mehr als 100 Fernsehrollen
erlebte Michael Caine seinen
Durchbruch auf der großen
Leinwand Mitte der 60er-Jahre
mit Filmen wie "Alfie"
und "The Italian Job".
Für seine Rollen in
"Hannah und ihre Schwestern" (1986)
und
"Gottes Werk und Teufels Beitrag"(1999)
wurde er mit dem Oscar ausgezeichnet.
Demnächst ist er als Zaubertrickerfinder
in dem Historienthriller
"Prestige - Die Meister der Magie"
(Start: 4. Januar) zu sehen.

de quelques gens on peut encore
vraiment apprendre quelques choses...

5.1.07 15:32
 


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